München,20.03.25

Psychotherapie für Jugendliche und junge Erwachsene

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Psychotherapie für Jugendliche und junge Erwachsene

Depression bei Jugendlichen: Woran erkennt man sie?

Eine Depression bei Jugendlichen zeigt sich nicht immer darin, dass ein junger Mensch traurig wirkt. Häufig beginnt sie viel unscheinbarer: Ein Jugendlicher zieht sich zurück, verbringt immer mehr Zeit allein oder am Handy, verliert das Interesse an Dingen, die ihm früher wichtig waren. Kontakte werden anstrengend, Schule kostet zunehmend Kraft und selbst alltägliche Aufgaben fühlen sich plötzlich schwer an.

Gerade im Jugendalter kann es deshalb schwierig sein, eine depressive Entwicklung von einer schwierigen Phase oder den Veränderungen der Pubertät zu unterscheiden. Entscheidend ist weniger ein einzelnes Verhalten als die Frage, wie sehr sich ein junger Mensch im Vergleich zu früher verändert hat.

Wenn plötzlich alles Kraft kostet

Vielleicht liegt ein Jugendlicher stundenlang im Bett und scrollt durch TikTok, Instagram oder andere Inhalte – ohne eigentlich zu wissen, wonach er sucht. Das Scrollen beschäftigt, ohne wirklich Freude zu machen. Es lässt die Zeit vergehen.

Auch alltägliche Dinge können plötzlich viel Energie kosten. Duschen, Haarewaschen, Zähneputzen oder das Aufräumen werden aufgeschoben, obwohl sie früher selbstverständlich waren.

Manche Jugendliche beschreiben ihre soziale Batterie als erschöpft. Sie würden ihre Freunde eigentlich gerne sehen, haben aber nicht die Kraft dafür. Eine Nachricht zu beantworten oder selbst jemandem zu schreiben, kann sich bereits wie eine große Anstrengung anfühlen. Treffen werden seltener, Kontakte brechen ab – obwohl der Wunsch nach Nähe durchaus noch da sein kann.

Auch Schlaf und Konzentration können sich verändern. Schule und Ausbildung werden zunehmend schwerer, weil Antrieb und Konzentration nicht mehr so zur Verfügung stehen wie früher.

Wenn nichts mehr richtig Freude macht

Besonders auffällig kann sein, dass Dinge, die früher wichtig waren, plötzlich keine Bedeutung mehr haben. Ein Hobby wird aufgegeben, Freunde werden nicht mehr getroffen, Unternehmungen abgesagt.

Dabei geht es nicht unbedingt darum, dass der Jugendliche bewusst auf all das verzichten möchte. Oft fehlt einfach die Kraft. Und wenn die soziale Batterie ständig erschöpft ist, wird selbst ein Treffen mit Freunden zu etwas, das man nicht mehr schafft.

Die Stimmung muss dabei nicht eindeutig traurig sein. Manche Jugendliche wirken gereizt, andere leer oder innerlich weit weg.

Wenn sich auch das eigene Leben sinnlos anfühlt

Eine Depression kann auch verändern, wie ein Jugendlicher sein eigenes Leben erlebt.

Gedanken wie „Ich bin nicht gut genug“ oder „Ich kriege nichts hin“ können zunehmen. Manchmal geht es aber noch weiter: Vieles fühlt sich plötzlich sinnlos an. Man sieht keinen richtigen Sinn mehr in dem, was man tut. Dinge, auf die man sich früher gefreut hat, bedeuten wenig. Selbst das, was eigentlich schön sein müsste, fühlt sich anstrengend an.

Manche Jugendliche können dieses Erleben kaum erklären. Sie sagen vielleicht nur: „Alles ist irgendwie sinnlos“, „Ich habe auf nichts mehr Lust“ oder „Alles ist so anstrengend.“

Gerade deshalb wird eine Depression bei Jugendlichen manchmal erst spät erkannt. Es sieht von außen vielleicht nach Rückzug, viel Handy, wenig Motivation oder einer schwierigen Phase aus. Für den Jugendlichen selbst kann sich das Leben aber bereits deutlich verändert haben.

Depression oder eine schwierige Phase?

Nicht jeder Rückzug und nicht jede Phase von Antriebslosigkeit ist eine Depression. Jugendliche verändern sich, brauchen Rückzug und verlieren manchmal vorübergehend Interesse an Dingen, die ihnen früher wichtig waren.

Wenn sich jedoch über längere Zeit mehrere Veränderungen verbinden – wenn die Freude verloren geht, die soziale Batterie erschöpft ist, der Alltag zunehmend Kraft kostet und vieles sinnlos erscheint –, sollte genauer hingeschaut werden.

In einer psychotherapeutischen Abklärung geht es deshalb nicht nur darum, einzelne Symptome festzustellen. Wichtig ist zu verstehen, was sich verändert hat, wie sich diese Veränderung entwickelt hat und wie der Jugendliche selbst sein Erleben beschreibt.

Denn eine Depression zeigt sich bei Jugendlichen nicht immer durch Traurigkeit. Manchmal zeigt sie sich vor allem darin, dass alles schwer geworden ist und immer weniger etwas bedeutet.