München,20.03.25
Psychotherapie für Jugendliche und junge Erwachsene
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Psychotherapie für Jugendliche und junge Erwachsene
Psychologische Testung in der Therapie – sinnvoll bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen?https://www.kinder-jugend-psychotherapie-muenchen.de/behandlungsangebot/psychotherapie-fuer-jugendliche.html
Psychologische Testungen in der Therapie von Jugendlichen und jungen Erwachsenen können helfen, die psychische Situation objektiv einzuschätzen und Entwicklungen im Verlauf der Behandlung sichtbar zu machen. Besonders bei emotionalen Belastungen, inneren Konflikten oder Unsicherheiten im Selbstbild liefern standardisierte Tests zusätzliche diagnostische Orientierung. Sie sind ein wichtiges Instrument, um psychische Belastungen differenziert zu erfassen, Entwicklungen zu dokumentieren und den Therapieprozess strukturiert zu begleiten.
Was versteht man unter psychologischer Testung?
Psychologische Testung bezeichnet den Einsatz standardisierter diagnostischer Verfahren, mit denen bestimmte psychische Merkmale oder Belastungen systematisch erfasst werden. Dazu gehören unter anderem:
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Fragebögen zur emotionalen Stabilität und inneren Anspannung
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Verfahren zur Einschätzung von Selbstbild und Affektverarbeitung
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Tests zur diagnostischen Einordnung psychischer Belastungen
Gerade im Jugend- und jungen Erwachsenenalter, das durch emotionale Reifungsprozesse und innere Umbrüche geprägt ist, kann diese strukturierte Erfassung Orientierung bieten.
Warum kann eine Testung sinnvoll sein?
Ein wesentlicher Vorteil psychologischer Tests liegt in ihrer Objektivität. Sie bieten ein standardisiertes Vergleichsmaß und ermöglichen eine zusätzliche diagnostische Perspektive neben dem therapeutischen Gespräch.
Testdiagnostik kann dabei helfen,
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diagnostische Annahmen abzusichern
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verschiedene Problembereiche voneinander abzugrenzen
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den Ausgangspunkt einer Therapie klarer zu bestimmen
Für viele Jugendliche und junge Erwachsene ist es entlastend, dass Schwierigkeiten nicht ausschließlich subjektiv beschrieben, sondern auch strukturiert erfasst werden.
Gibt es für jede Problematik passende Tests?
Nicht für jede psychische Fragestellung existieren geeignete Testverfahren. Insbesondere innere Konflikte, Beziehungsmuster oder strukturelle Schwierigkeiten lassen sich nur begrenzt mit standardisierten Instrumenten abbilden.
Deshalb sind Testergebnisse immer als Ergänzung zu verstehen. Sie ersetzen weder die klinische Einschätzung noch das therapeutische Gespräch, sondern erweitern diese um eine objektive Dimension.
Testdiagnostik im therapeutischen Gesamtprozess
Psychologische Testungen können zu unterschiedlichen Zeitpunkten einer Therapie sinnvoll eingesetzt werden.
Zu Beginn der Therapie kann eine Testung helfen, einen objektiven Ausgangspunkt zu bestimmen. Sie unterstützt die diagnostische Einordnung, hilft bei der Abgrenzung unterschiedlicher Problembereiche und schafft eine strukturierte Grundlage für die Therapieplanung.
Im Verlauf der Therapie kann Testdiagnostik eingesetzt werden, um Veränderungen sichtbar zu machen oder diagnostische Annahmen zu überprüfen. Gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, deren innere Situation sich oft dynamisch verändert, kann dies helfen, den therapeutischen Prozess besser einzuordnen.
Gegen Ende der Therapie kann eine erneute Testung dazu beitragen, Entwicklungen nachvollziehbar zu machen und den therapeutischen Fortschritt zu reflektieren. Sie dient dabei nicht der Bewertung, sondern der gemeinsamen Einordnung dessen, was sich verändert hat.
In allen Phasen gilt: Testergebnisse werden stets im Zusammenhang mit Gesprächen, klinischer Beobachtung und dem individuellen Therapieverlauf interpretiert und nicht isoliert betrachtet.
Testung und psychodynamische Therapie
In meiner therapeutischen Arbeit setze ich psychologische Testungen bewusst in einer zeitlichen Abfolge ein: zu Beginn, im Verlauf und gegen Ende der Therapie. Dieser gestufte Einsatz ist mir wichtig, um die Validität der diagnostischen Einschätzung zu erhöhen.
Eine einmalige Testung bildet immer nur eine Momentaufnahme ab. Erst durch wiederholte Einordnungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten lässt sich besser unterscheiden, welche Belastungen situativ sind, welche sich strukturell verändern und welche Aspekte stabil bleiben. Dadurch gewinnen die Ergebnisse an Aussagekraft.
In der psychodynamischen Therapie steht das Verstehen innerer Konflikte, Beziehungsmuster und emotionaler Dynamiken im Vordergrund. Testverfahren dienen dabei nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage, sondern als ergänzendes Instrument, das den diagnostischen Prozess absichert und differenziert. Die Testergebnisse werden stets im Zusammenhang mit den Gesprächen und dem therapeutischen Verlauf interpretiert.
Fazit
Psychologische Testungen verstehe ich nicht als einmalige Entscheidungshilfe, sondern als Teil eines fortlaufenden diagnostischen Prozesses. Gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen verändert sich das innere Erleben häufig – deshalb ist mir eine wiederholte, valide Einordnung wichtiger als eine frühe Festlegung.
Eine valide diagnostische Einschätzung entsteht nicht zu einem einzigen Zeitpunkt. Erst im Zusammenspiel von Gesprächen, klinischer Beobachtung und wiederholter Testung lässt sich verstehen, was sich entwickelt, was stabil bleibt und was sich verändert hat. Diese Differenzierung ist für mich Grundlage verantwortungsvoller psychodynamischer Therapie.